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"Jazz Rap is in the city now"
Der chinesische Rapper Hu Xuan

Hörbild, SWR2 Dschungel 2011 (Länge 25')

mit David Lisge, Svenja Wasser
Regie: Maria Ohmer, Redaktion: Ralf Kröner

Nur hin und wieder finden sich englische Passagen in den Songs von Hu Xuan. Seine Texte schreibt auf Hochchinesisch oder auch im Dialekt seiner südchinesischen Heimatstadt Kunming. 2006 ist er hierher zurückgekommen aus der Küstenmetropole Guangzhou, wo er zuerst studiert, dann als Journalist gearbeitet und nebenbei Musik gemacht hatte. Die Wirtschaftswunderstadt Guangzhou war ihm zu stressig, und in Kunming schien sich zu dieser Zeit eine HipHop Szene zu formieren. Die Aufbruchsstimmung steckte Hu anInnerhalb kurzer Zeit veröffentlichte er sein erstes Album: „Jazz Rap is in the city now“. Hu will einen eigenen chinesischen Rap entwickeln, er wendet sich gegen das bloße Kopieren des westlichen Gangsta-Rap, reflektiert die rasanten Umwälzungen in China und macht sich auf die Suche nach der Befindlichkeit seiner Generation, die überrollt wird vom Wirtschaftsboom und der Explosion der Städte. Hu hat einen gesellschaftskritischen Anspruch, und er ist ein ein-Mann-Unternehmer. Er sampelt, textet, singt und mischt die Musik auf seinem Laptop, entwirft die Cover und brennt die CDs. Jedenfalls war das bei seinem ersten Album so. Momentan steckt er in einer Krise. Er arbeitet zwar an einem neuen Album, aber er weiß nicht, wie es weitergehen soll. Denn Geld verdienen kann er nicht mit seiner Musik.