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Montag, 13.4.2009, bedeckt, Dunst, schwül, 13 bis 20°CNach störungsfreier Nacht
starten wir zu unserem ersten und wie sich später herausstellt einzigem Ziel, nämlich
der Textilstadt Annonay. Zunächst gibt es Kaffee, Tee und Pain au
Chocolate in Tain l’Ermitage, einem hübschen Städtchen an der Rhone. Das
Bistro gehört zur aussterbenden Gattung der kleinen Betriebe, die an der
Hauptstraße liegen. Es gefällt uns sehr gut. Anschließend lotst Uschi uns
als angenehme Überraschung ein wundervolles schmales Departementsträßchen 16
km durch das Tal der Cance. Die Cance fließt auch durch die Stadt
Annonay (360m NN) und erreicht bei ca. 140 m NN die Rhone. Wir sehen in dem
weitgehend bewaldeten steilen Tal die je nach Höhenlage unterschiedliche Laubfärbung.
Vereinzelte Gebäude sind an den Hang gebaut. Eine Mühle und eine große
Industrieruine (eine alte Textilfabrik, wie uns der Anwohner sagt), jeweils mit
Turbinenkanal. Dann aber Annonay! Eine
Stadtlandschaft, geprägt durch Gerbereien, Papier- und Textilindustrie, die in
ihren vertikalen Dimensionen und ihrer Dichte kaum zu toppen ist.
Flussbegleitend meist stillgelegte mehrgeschossige Industriebauten, die
Hangneigung ausnutzend. So wird z. B. das Dach eines Viergeschossers als
Parkplatz genutzt. Der Fluss Cance hat in der Stadt ein sehr starkes Gefälle,
was ein Grund für die Ansiedlung der Textil- und Färbereibetriebe gewesen sein
muss. Viele Gebäude der eigentlichen Stadt haben ihr Fundament 10 m über dem
Fluss und darüber noch 6 bis 8 Geschosse. Zur Oberstadt sind es dann noch 2
oder 3. Ein öffentlicher Aufzug überwindet einen Grossteil dieser Höhendifferenz.
Die Innenstadt mit erschreckend vielen stillgelegten Läden sowie vermeintlich
stillgelegtem Schwimmbad und Festsaal. Dafür gewaltiges Rathaus, was vom früheren
Reichtum der Stadt zeugt. Viele Treppen in der Stadt. Eine Art aufgesteiltes
Bonsai-Wuppertal. Da man aufhören soll, wenn es am schönsten ist, beschließen
wir unsere Tour mit einem Menü in der Brasserie am Platz mit dem
Montgolfier-Denkmal. Wikipedia.org: Irisbus, a Renault Vehicles Industries and Fiat Iveco joint venture,
constructs busses, and is the largest single employer with around 2,000 staff,
and several associated businesses. The multinational paper company Arjo Wiggins' subsidiary Papeteries
Canson et Montgolfier SA, which dates back to 1557 (and is linked to the
Montgolfier brothers?), owns three of the several paper factories in the town. Um 14:15 Uhr starten wir zur letzten Etappe der Rückfahrt. Am Stadtrand sehen wir eine Ursache für den Niedergang des Handels in der Innenstadt, eine gigantische Shopping-Zone mit den Namen aller üblichen verdächtigen Handels-Ketten. Edgar wird nach knapp 8 Stunden Fahrt in Aachen abgesetzt, Christians Fahrt endet kurz vor Mitternacht in Duisburg.
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© Christian Brünig
Stand: 03.09.2009
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