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Zum Thema "Brigadebuch" (10.05.1999): Besuch der Delegation der Deutschen Gesellschaft für Industriekultur (DgfI) beim Mitteldeutschen Umwelt- und Technikpark (MUT) Zeitz
Ankunft: 13.06 Uhr von Leipzig in Zeitz Nach der feierlichen Begrüßung übermittelt das Mitglied des Vorstands der DgfI, W. Rediensch dem Geschäftsführer des MUT, Genossen A. Esho die solidarischen Grüße der Mitglieder der DGfI und überreicht, der Hoffnung auf viele gemeinsame fortschrittliche Projekte und der allseitigen Entwicklung der Industriekultur, der Denkmalpflege und des gemeinsamen Kampfes gegen die ausbeuterische Abrißbirne Ausdruck verleihend, einen Wimpel. Den zähen und mutigen Kampf der Kollegen aus dem westlichsten Bundesland würdigend übermittelt Genosse Esho die schärfsten Grüße seiner Mitarbeiter und Glieder an die Delegation der DGfI. Betonend, dass hier ein Meilenstein der allseits entwicklungsfähigen Beziehung der kampferprobten Vereine geschlagen werden kann, überreicht er dem Genossen Rediensch als Zeichen der gegenseitigen Verbundenheit einen Wimpel. In Fortführung des gemeinsamen Kampfes werden zunächst die Funktionen in der spontan gebildeten Brigade verteilt, der Erkenntnis folgend, dass täglich Selbstkritik der unzuverlässigen Genossen vonnöten sein wird. Anmerkung: auf die historischen und architektonischen Beschreibungen kann teilweise verzichtet werden, da durch die wertvolle und nachhaltige revolutionäre Unterstützung der Vorhut der ArbeiterInklasse, des MUT und der Straße der Braunkohle, die Beschreibungen in Volkseigentum übergegangen worden sind: http://www.mut-zeitz.de/inhalt.htm.
dem auf der Schachtanlage "Paul 11" Rechnung getragen
wurde. Bei den Freilichtexponaten aus der Braunkohlegeschichte ist vermerkt:
"Nicht verschrotten! Museum!"
Nahebei das Braunkohlen - Bergbaumuseum Deuben mit
nachgebautem Stollen im Keller für das anonyme Besäufnis der
Funktionäre. Das 1990 eröffnete Heimatmuseum zeichnet die
Bergbauentwicklung im Revier nach.
Begleitet von Schauern fahren wir weiter über den Neusiedlungsstandort
Großgrinima. Er ist in seinem neueren Teil Ortschaften wir Neu-Priesterath
o.ä. im Rheinland vergleichbar. Ausgehend von der politischen Entscheidung
zur Weiterführung des Tagebaues Profen haben sich die Bürger der
Gemeinde zu einer vorzeitigen Umsiedlung entschieden, an der rund 700 der
830 Einwohner teilnehmen. Nach umfangreichen Vorplanungen erfolgte der erste
Spatenstich am Südhang 1995; der Abschluß der Umsiedlung ist für
1998 vorgesehen. Der Wohnungsbau vorwiegend in Ein- und Zweifamilienhäusern
wird durch Gemeinschaftsbauten (Bürgerhaus, Vereinsheim u.a.) sowie
die Anlage von Biotopflächen ergänzt. Großgrimma bildet das
erste Beispiel für die gemeinsame, sozialverträgliche Umsiedlung
einer Gemeinde in Mitteldeutschland. Die in der DDR-Zeit gebauten Teile sind
fast durchweg im schnörkelfreien Großplatten -Stil errichtet.
Wir halten kurz an der ehemaligen kleinen Grubenanlage Winterfeld. Den
Aussichtspunkt Tagebau Profen-Süd erreichen wir
im letzten Abendlicht. Der mit Informationstafeln ausgestattete Aussichtspunkt
bietet Einblicke in den laufenden Kohleabbau im Tagebau Profen, der mit einer
Jahresförderung von knapp 10 Mill. t das Kraftwerk Schkopau, MIBRAG-eigene
Veredlungsstätten im Revier sowie weitere Abnehmer versorgt und über
ca. 30
Anläßlich der Besichtigungen erfahren wir: In vielen Nachtschichten wurden private Dinge für die Kollegen gebastelt und entnommen, zum Beispiel Kerzenhalter vor Weihnachten oder vor der Sommersaison Grillöfen, vor allem nach dem 23. Parteitag SED, auf dem Honecker verkündete, aus den Betrieben sei alles herauszuholen. Die DDR war weltweit führend bei handgefertigten Zierbriketts, für die die Malerbrigade jeweils abkommandiert wurde. Kurzer Begrüßungsabend im rustikalen Hotel wegen müde und morgen 6:30 Start.
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© Christian Brünig
Stand: 03.09.2009
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