Bild 5 - Bild 6
Beim Anblick dieser beiden Bilder fährt einem wirklich der Schreck durch die Glieder. Da geht's um Tod und Leben.
Auf dem ersten Bild sind Himmel und Meer in Aufruhr, bilden nur noch eine blaue Masse. Da zucken Blitze, gießt es in Strömen und der Wellengang ist so hoch, dass sogar die Fische verwirrt durcheinanderschwimmen und das Boot sich bedrohlich mit Wasser füllt. Die Jünger sind in Panik, denken, das Weltende sei gekommen; einer kotzt.
Der einzige ruhige Punkt ist Jesus, der mitten in dem Getöse selig schläft und jetzt von einem Jünger geweckt wird.
Oben auf dem Bild ist allerdings noch ein anderer heller Kreis zu sehen, welcher der wilden Naturkatastrophe enthoben scheint. Es ist das später übliche Bild, wie die Kirche Jesu Christi dargestellt wird: die Jünger sitzen geborgen im Schiff, denn ihr Meister, mit erhobenen Armen, wie ein Mast mit Segel, hält Wache über ihnen und schützt sie vor dem Unheil. Eine Zukunftsvision?
Auf dem zweiten Bild ist aber der Schreck über das Erlebte noch nicht gewichen, obwohl Jesus den Sturm gezähmt hat. Blauer Himmel erscheint, die Vögel fliegen - aber die schreienden Mäuler der Jünger sind noch nicht geschlossen. Sie können auch noch gar nicht begreifen, wie es kommt, dass der Sturm sie nicht verschlungen hat.
Der bärtige Mann vorne scheint übrigens Petrus zu sein, der versucht, aus der Barke auszusteigen und Jesus auf dem Wasser entgegenzugehen (Matthäusevangelium 14, 28-31): er versinkt schreiend in der Flut. Jesus rettet den Kleingläubigen. Hat Jesus, gütig lächelnd, auf dem Bild Leives nicht eine Träne des Mitleids im Auge?
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