Autonome Audiokinetische Installation
Living particles (2004)
Living Particles ist eine Installation aus vielen verschiedenen elektronischen Modulen, die untereinander durch Schnüre und Kabel verbunden sind. Die Module basieren auf simplen analogen, elektronischen Schaltungen, die Schwingkreise (Oszillatoren) aufbauen. Im System gibt es drei verschiedene Modultypen; die einen erzeugen leise variable Sounds, die anderen bewegen sich. Spezielle Module verbinden diese zwei Typen, bilden Knüpfpunkte und koppeln deren Energie.
Das Energiepotential der einzelnen Module wird auf einem sehr niedrigen energetischem Niveau gehalten, wobei die Schwelle so gewählt ist, dass gerade etwas passiert. In der Installation für die Zeitgleich Ausstellung finden erstmalig Mikroprozessoren Verwendung, die es erlauben das Energiepotential genau zu justieren. Dadurch lassen sich exakt definierte kinetische und akustische Erregungsmuster erzeugen, kontrollieren und miteinander koppeln. Der Mikroprozessor stabilisiert das Spannungspotential für jeden Schwingkreis auf einem spezifisches Energieniveau, an dem der Oszillator gerade beginnt zu schwingen und die größtmöglich Varianz (den größten "Eigensinn") zeigt. Die geringe Energiedichte verhindert dabei eine Eskalation der Rückkoppelungen. Die Intensität und Art des Klanges eines jeden Moduls wird experimentell ausgetestet.
Gleichzeitig triggern sich die Oszillatoren der verschiedenen Module aber auch gegenseitig. Sie bringen sich dabei permanent aus dem Takt, d.h. sie hören auf zu schwingen, um verzögert wieder zu oszillieren. Die Schaltungen arbeiten somit astabil und erzeugen spezielle Bewegungs- und Klangpattern, die sich rhythmisch und chaotisch verdichten. Jedes Modul klingt dabei anders. Trotz der limitierten Technik eröffnen sich viele chaotische Soundpattern, welche die komplexen internen Spannungsverhältnisse der Schaltungen repräsentieren.
Alle Module der Installation sind über Solarpanelen versorgt und arbeiten somit autonom. Die Solarpanelen sind an den Fensterscheiben befestigt. Die Installation wird somit ausschließlich über das verfügbaren Tageslicht mit Energie versorgt. Der akustische Output ist dabei unmittelbar an den Außenraum angebunden, bestimmen doch primär dessen Lichtverhältnisse den Klang der einzelnen Module. Living Particles unterliegt dabei aber nicht einer spezifischen Raumsituation. Angekoppelt an die zeit- und energiespezifische Verhältnisse isoliert sich die Installation und etabliert einen eigenen indifferenten, experimentellen Raum.
Praktischer Workshop mit Ralf Schreiber
Sensible akustische Module und Solarroboter
Einführung in Nervous Networks
Samstag, 16.10.2004, 14 Uhr
Die Teilnehmer können auf vorbereiteten Platinen, ohne elektronische Vorkenntnisse, selber autonome Solarroboter und Solarsoundmodule bauen und mit nach Hause nehmen. Die besonderen Schaltungskonzepte erlauben dabei ein experimentelles Arbeiten, das sich bei elektronischen Schaltungen normalerweise verbietet.
Teilnehmerzahl max. 10 Personen, Dauer ca. 4 h
(Kostenbeitrag = Materialkosten ca. 5,- Euro p. P. )
Anmeldung unter:
BBK Landesverband Nordrhein-Westfalen
Tel. 0221-9912832
mo-fr 10-13 und 14-17 Uhr
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