Autonomes Zentrum Mülheim
Veranstaltungsort
| Kunst
Das AZ Mülheim sieht sich nicht als Teil der 'Kulturhauptstadt'.
Trotzdem sperren wir uns nicht gegenüber einzelnen Projekten, sodass am 1. Juli um 20 Uhr die Europapremiere von 'Invisible Room' im AZ stattfinden kann.
Schon um 18 Uhr beginnt aber als Vorprogramm eine kritische Diskussionsveranstaltung rund um die Ruhr2010 mit dem Titel 'Kreativwirtschaft und andere Luftblasen'.
Es soll die Frage gestellt werden, wem das Projekt Kulturhauptstadt überhaupt nützt, welche nachhaltigen Zwecke umgesetzt werden (können), welche Kultur überhaupt vertreten ist und an welches Publikum sich das Angebot richtet. Welche sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Projekte und Einrichtungen profitieren von der Kulturhauptstadt und warum bzw. warum nicht?
Anlässlich der Europapremiere von “Invisible Room”, die vom Theater der Welt am selben Abend (sowie am 3. und 4. Juli) um 20:00 Uhr im AZ und im Rahmen der Ruhr2010 präsentiert wird, soll gezeigt werden, dass eine kritische Auseinandersetzung mit dem Konzept der Kulturhauptstadt stattfinden kann und soll, ohne die einzelnen Projekte, die durch die Ruhr2010 finanziell gefördert werden, abzulehnen. Denn viele Kunst- und Kulturprojekte, die im Rahmen der Kuturhauptstadt realisiert werden, sehen das Konzept der Ruhr2010 und deren Versprechungen für die Region selbst kritisch oder zumindest diskussionswürdig.
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Das Autonome Zentrum ist ein selbstverwaltetes Jugendkulturzentrum, welches dem Selbstverständnis nach in erster Linie Jugendlichen und jungen Erwachsenen den Raum und damit die Möglichkeit bieten soll, sich ohne Zwang, Druck oder Leitung durch gesellschaftliche Institutionen, kulturell bzw. künstlerisch zu betätigen und zu bilden.
Ziel der Arbeit im Autonomen Zentrum ist es daher, die Fähigkeit, eigene Erfahrungen machen zu können und damit die Herausbildung eines kritischen Bewusstseins zu ermöglichen, zu fördern. Somit kann der Schwerpunkt der Arbeit des Kreises der festen MitarbeiterInnen nicht in der Ausarbeitung eines Programms in bereits fertiger Gestalt liegen, sondern dient lediglich dazu, die Infrastruktur bzw. einen Rahmen zu gewährleisten, den die Jugendlichen dann eigenverantwortlich nutzen können.
Die festen MitarbeiterInnen arbeiten in Gruppen, die sich um die Bereiche Finanzen, Hausmeisterei, Projekte, Technik, Kultur, Gremien und Kneipe kümmern. Diese Gruppen sind aber auch allen anderen offen, die dort mitarbeiten möchten.
Neben dieser Grundstruktur wird das AZ von vielen verschiedenen ehrenamtlich organisierten Gruppen getragen, die z.B. Konzerte, Partys und Mottokneipen veranstalten, klettern, sich zu Lesekreisen treffen und Bildungsangebote organisieren, die Probenräume nutzen, sowie verschiedene kurze aber auch dauerhafte Projekte durchführen, wie z.B. das Internet Cafe.
Im monatlichen Plenum, bei dem auch die Gruppen von ihrer Arbeit berichten, werden alle fürs AZ wichtigen Entscheidungen nach dem Konsensprinzip getroffen. Das Plenum ist für alle offen, die Lust haben, sich zu beteiligen oder die ein spezielles Anliegen haben, bei dem die einzelnen Gruppen nicht weiterhelfen können.
Da es keine gemeinsame Positionierung zu gesellschaftlichen Themen gibt, ist die „Ausrichtung“ der verschiedenen Gruppen und Einzelpersonen im AZ durchaus unterschiedlich, zuweilen auch kontrovers. Das Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, Homophobie, etc., nicht geduldet werden, ist jedoch Konsens.
Das AZ-Gebäude besteht zunächst aus dem Vorderhaus, in dem Internetcafe, Umsonstladen, Kaschemme, AZ-Archiv, Bandschlafraum, Proberaum, sowie demnächst das projekt:archiv! untergebracht sind.
Die ehemalige Reithalle bietet desweiteren Platz für Projekte, Theateraufführungen und - wegen des fehlenden Schallschutzes - leider nur selten für ein größeres Konzert. Außerdem befinden sich hier eine Kletterwand und ein Medienraum. Die ehemaligen Stallungen sind zu Kneipe und Veranstaltungsraum umgebaut. Dort finden auch die meisten Konzerte und Partys/Discos statt. Die Halle ist noch von unterschiedlichen Projekträumen, sowie einer Werkstatt, Büros, Seminarraum und einem Bewegungsraum mit Boulderwand umgeben.