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Spielplan 2009/10
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Oper in fünf Akten von Georg Friedrich Händel
Libretto von Niccolò Francesco Haym
Deutsche Textfassung von Bettina Bartz und Werner Hintze
Mo | 03.03.2008 | 19:00 Uhr
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Weitere Aufführungen ... 27. Januar 10. | 15. | 24. Februar 14. | 22. | 29. März 05. April 23. Juli 3 Stunden 30 Minuten
Musikalische Leitung ... Alessandro De Marchi
Inszenierung ... Benedikt von Peter
Bühnenbild ... Natascha von Steiger
Kostüme ... Katrin Wittig
Dramaturgie ... Werner Hintze
Licht ... Franck Evin
Video ... Superjeans
Inspizient ... Mario Nötzel
Theseus ... Elisabeth Starzinger
Agilea ... Marina Rebeka
Medea ... Stella Doufexis
Egeus ... Hagen Matzeit
Clizia ... Karolina Andersson
Arcane ... David DQ Lee
Uraufführung 1713 - Premiere am 10. Februar 2008
Theseus, der strahlende Held, der den Minotaurus erschlagen und Ariadne in den Selbstmord getrieben hat, liebt Agilea, und diese liebt ihn wieder. Doch Medea, die von Iason verratene Mörderin ihrer Kinder, die am Königshof von Athen Zuflucht gefunden hat, liebt Theseus ebenfalls und setzt alles daran, ihn für sich zu gewinnen. König Ägeus hat sich in Agilea verliebt und will sie zu seiner Frau machen. Kurzerhand gibt er seinen ursprünglichen Plan auf, Medea zu heiraten, und tritt sie seinem Sohn ab. Medea, die Agilea nicht zwingen kann, auf Theseus zu verzichten, macht dem König klar, dass der Held ihm gefährlich werden könnte. Ägeus glaubt ihr und will seinen Feldherrn vergiften. Doch im letzten Moment erkennt er in Theseus seinen verlorenen Sohn und lässt Medeas Plan scheitern. Die gedemütigte und verzweifelte Frau würde alles in Schutt und Asche legen, wenn nicht eine höhere Macht eingreifen, Medea aus Athen vertreiben und Theseus und Agilea zusammengeben würde.
Was auf den ersten Blick nur als verwirrende Liebes- und Intrigengeschichte erscheint, enthüllt die Zustände in einer tief vom Krieg gezeichneten Gesellschaft. Nicht nur der heimkehrende Soldat Theseus, auch die übrigen Mitglieder der Gemeinschaft möchten ihre Erinnerungen an Gewalt und Schuld verdrängen – bis auf Medea, die durch ihr »Barbarentum« immer wieder an die Vergangenheit erinnert. Deshalb wird sie sukzessive zur Außenseiterin in einer Gesellschaft gemacht, in der sich anfangs doch eigentlich alle so fremd gefühlt hatten…
Händels Musik bewegt durch ihren Ausdruck von tiefer Melancholie angesichts einer Welt, wo der Mensch seinem Herzen nicht bedingungslos folgen kann. Gleichzeitig reißt sie den Zuhörer mit durch ihren jugendfrischer Charme und ihren ganz außergewöhnlichen Farbenreichtum. So wurde Händels achte Oper zu einem der größten Erfolge seiner Laufbahn und einer entscheidenden Etappe in der Entwicklung des Hallensers zu einem der wichtigsten englischen Komponisten.
Pressestimmen ... Faszinierend an diesem Abend ist nicht zuletzt die Souveränität, mit der der 30-Jährige (Benedikt von Peter) bei seiner ersten großen Opernarbeit mit den verschiedenen Bedeutungsebenen von Handlung und Musik umgeht, die Sensibilität, mit der er die Geschichte ganz und gar heutig werden lässt, ohne die Wirkung der Musik zu schmälern.
(Süddeutsche Zeitung, Jörg Königsdorf)
Wahrscheinlich bieten sie das beste Theater, das zurzeit in der Stadt zu sehen ist. Fast beiläufig, als sie es die selbstverständlichste Sache auf der Welt, schließen Benedikt von Peter und sein Team (Natascha von Steiger, Bühne, Katrin Wittig, Kostüme) die extreme, sonst nur historisch verstehbare, stereotype Künstlichkeit der Händel’schen Musiksprache kurz mit dem ebenso extremen Realismus von Fernsehserien wie »Dschungelcamp« oder »Big Brother«.
(taz, Niklaus Hablützl)
Die Tragödie mit tänzerisch jauchzender Freude überzeugt mit seinen agilen Sängern und bewegten Bildern (…) Die Regie kann darauf bauen, dass alle Darsteller auch als agile Schauspieler imponieren. Stella Doufexis ( Medea) bezaubert in Tempo- und Stimmungswechseln wie im Presto der »Rache«. In der Koloratur und Klangkultur stehen ihr Elisabeth Starzinger (Theseus), Marina Rebeka (Agilea) Karolina Andersson (Clizia) sowie die beiden fabelhaften Countertenöre David DQ Lee (Arkane) und Hagen Matzeit (Ägeus) nicht nach.
(Der Tagesspiegel, Sybill Mahlke)
Der dies und weitere tausendundeine Absurditäten ersann, ist 30 Jahre jung, rotzfrech und auf dem besten Weg, dem Regietheater den Humor wieder beizubringen. Benedikt von Peter heißt der Regisseur, der kürzlich den Götz-Friedrich-Preis für seine Heidelberger Inszenierung von Zenders »Chief Joseph« erhalten hat. Ihm und seinem Team (Bühnenbild: Natascha von Steiger) gelingt mit dem »Theseus«, wie er in deutschen Landen heißt, etwas Außerordentliches: Nie, auch in der 25. Da-Capo-Arie nicht, gerät dieser Abend in den Verdacht der Langeweile.
(Frankfurter Rundschau, Jürgen Otten)
Unter dem Barock-Spezialisten Alessandro de Marchi entfaltet das Orchester einen Händel von saftiger Concerto-Grosso-Pracht. De Marchi macht barockes Gefühlstheater auf königsrotem Streichergrund mit goldgewirktem Continuo-Filigran, schafft jedoch in den französischen, minimal orchestrierten Arietten sofort jenen intimen Fokus, der diese Stücke wie gelesene gedanken klingen lässt. Immer ist er, vom Cembalo aus mehr nickend Einsätze gebend als dirigierend, dicht bei den Sängern, die schlicht großartig sind.
(Süddeutsche Zeitung, Jörg Königsdorf)
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