Wolfgang B. Göthel

Letzte Änderung: 06.02.2018

Kurzbiografie und Leseproben
Kriminelles und Satirisches

Wolfgang B. Göthel - Begründer von "Literat(o)ur de Ruhr" zusammen mit Walter Wieacker aus Dinslaken

Interview mit Fragen und Antworten hier:
www.wege-zum-buch.de/Antwor...


Kurzbiografie

Meine Eltern hatten gerade Dresden aus politischen Gründen den Rücken gekehrt, als ich am 1. August des Jahres 1951 in Oberhausen (Rheinland), als erster und vermutlich auch einziger Sohn rechtschaffener und einfacher Eltern, in eine scheinbar heile Welt voller Trümmer und Baracken hinein blickte. Ich war dennoch, wie meine Eltern zunächst auch, beruhigt. Diese äußerst naive Annahme sollte sich, viel später zwar erst, aber dann auch als völlig falsch erweisen.

Mit einer wunderbaren; zwischen Wiesen, Feldern und Kühen aufgewachsen; unbelasteten Kindheit ausgestattet, besuchte ich Kindergarten, CVJM, Kirche und die damals noch 8-klassige Volksschule. Danach sollte ich auf die so genannte höhere Schule, wollte aber nicht. Ich setzte mich durch und wurde trotzig im Handwerk ausgebildet. Damals machte ich meine ersten Erfahrungen mit einer äußerst weit verbreiteten Sekte,
den Egoisten.
Sie ist die gefährlichste aller Gruppierungen unter den Menschen. Sie ist schlimmer als Krebs, Krieg oder Hunger, denn sie ruft ihn regelmäßig hervor, tagtäglich, alltäglich, allüberall.

Allen Unbillen des Erwachsenenlebens zum Trotz lernte ich im Frühsommer 1972 meine Frau Ingrid (Inge) kennen und lieben. Wir heirateten schon im darauf folgenden Dezember, weil wir eben mussten. Die Zeiten und die Menschen, vor allem Eltern, Verwandte, Bekannte und Nachbarn, waren damals halt so! Das Kind musste einen Vater(Namen) haben.
Im weiteren Verlauf dieser wunderbaren Ehe wurden wir Eltern zweier durchaus unterschiedlicher, aber dennoch recht ansehnlicher Töchter, Dani und Jessi. Beide mit beiden Beinen im Leben stehend, ohne auf Dackeln, Katzen, Hühnern, Meerschweinchen oder gar auf Menschen herumzutrampeln, ohne dabei zu wanken oder gar völlig umzufallen. Dies im Gegensatz zu so manchen bekannten Leuten und anderen unzulänglichen Menschen.

Unsere Dani gab uns inzwischen noch zwei zusätzliche Aufgaben: Großeltern ihrer Sophie und des kleinen Louis zu sein. Aufgaben, die schier unglaublich spannend sind und dabei so unendlich viel Spaß machen. Man nimmt als Großvater die Entwicklung der Enkel viel intensiver wahr als bei den eigenen Kindern. Traurig? aber wahr! Das änderet sich auch nicht als ich Rentner wurde. Denn: Inzwischen hat auch unser zweites Töchterlein die schöne Rolle als Mutter vom kleinen Jussi übernommen und ein Brüdererchen Namens Mattis dazu hat sich auch schon angemeldet auf dieser Welt. Es bleibt also spannend und aufregend zugleich. Und alles wiederholt sich auf wundersamme Weise.

Beruflich hatte ich Jahre, Kurse, Seminare und Ausbildungen weiter, den Weg zur Arbeitssicherheit eingeschlagen. Eine Aufgabe der ich mich noch heute mit großer Freude widme. Ich begegne dabei dort jeden Tag technischen Unzulänglichkeiten wie in Tschernobyl, die wiederum von ebenso unzulänglichen Menschen ausgedacht wurden und die ebenfalls bisweilen unzulängliches anstellen, welches in regelrechte Tragödien münden kann. Aber jeder frage sich selbst, wer von uns Menschen ist schon vollkommen? "Der werfe den ersten Stein!" Ich bin es jedenfalls nicht! Ich bemühe mich zwar ständig in diese Richtung, den Erfolg mögen aber andere beurteilen.

Regen über Tschernobyl soll die unglaublichen Geschichten über die Plutoniummafia und die tatsächlich nicht wirklich zu beherrschenden Gefahren der Kernkrafttechnik (Tschernobyl, Harrisburgh... Fukushima) unterhaltsam spannend, plastisch und dabei doch absolut ehrlich schildern. Es soll ein Roman wider das Vergessen sein! Ich hoffe, er beschleunigt den Ausstieg aus der Kernkrafttechnik, den die Schweden inzwischen schon vollzogen haben und bei dem wir endlich auf einem gutem Weg sein sollten. Um der Menschheit und unserer Kinder willen, darf sich eine solche Tragödie nicht wiederholen! Ob meine Hoffnungen begründet sind, wird sich erweisen müssen, denn es "Trumpeln" noch viel zu viele Politiker in Machtstellungen herum.

"Schlipse, Stahl und schräge Vögel" beschreibt die Machenschaften eines Direktvertriebs und einer Sekte im Umfeld eines grossen Stahlwerks in dem der Autor selbst tätig war. Dieser sozialkritische Krimi ist bisher noch nicht verlegt, ich hoffe aber, dass dies irdendwann geschieht.

Mein Dank geht an meine Familie, die wieder mal viel Verständnis während der Entstehung des Romans für mich und meine Leidenschaft zum Schreiben aufgebracht hat.
Den Dank an meine Agentin und den Verleger habe ich herausgestrichen.
Meinem Verlag kann ich nicht mehr Danke sagen, der hat mich leider gemeinsam mit der Agentin im Stich gelassen. Reden und schreiben mit mir nicht mehr und verramschen gemeinsam meine Bücher ohne einen Cent Honorar zu zahlen. Nur durch Zufall erfuhr ich davon, dass auch mindestens ein weiterer Autor des Verlags, Ulrich H., das gleiche Schicksal erfahren musste. So viel zur Schlechtigkeit auf dieser (Buch)Welt! Bei der Verlagssuche sollte man genauso gründlich vorgehen wie bei der Suche nach einer Frau!!


Im Februar 2018

Wolfgang B. Göthel




Leseprobe aus dem Kriminalroman "Regen über Tschernobyl"

"Boris Tasarow seufzte und blickte wieder auf die gekritzelten Berechnungen der Jablova und die Bolkow`schen Unterlagen zum Elektroversuch, der ihn schon bei den Vorbereitungen so in die Klemme gebracht hatte.

Dann schaute er auf einen der zahlreichen Bildschirme, wo die verschiedensten Kurven und Prozessdaten, von dem aus dem Ruder geratenen Block vier, dargestellt wurden.
Die Reaktorleistung war nach etlichen Mißgeschicken und groben menschlichen Fehlern bei 200 Mwth, also 20% stabilisiert worden, aber es war immer noch keine Überschußreaktivität (Überschußaktivität des Reaktorkerns) zur Leistungsanhebung vorhanden.

“Und die Jablova ist tot”, ging es Tasarow durch den Kopf!

Tasarow blickte nochmals böse zu Andrej Spazinski herüber, der inzwischen wieder an seinem Operatorplatz saß.

“Du, Spazinski, du wirst nach meiner Rückkehr aus dem Urlaub erst einmal wieder an einer Havarie-Nachschulung teilnehmen, bevor du an deinen angestammten Platz in meinem Team zurückkehren darfst.” Tasarow schob dem armen Spazinski alle Fehler des Abends zu.
Inzwischen wurde der Reaktor immer noch weit unterhalb der vorgeschriebenen Mindestleistung von 50% gefahren.

Tasarow wußte im Augenblick auch nicht mehr recht, was er jetzt noch tun sollte, aber irgendwas mußte geschehen.

Alle Mitarbeiter in der Schaltzentrale sahen immer wieder heimlich und verstohlen zu ihm, während sie vorgaben, einzig auf ihre Instrumente und Bildschirme zu schauen.
Nicht ohne von ihm, dem Schichtleiter, eine Entscheidung zu erwarten! Tasarow rappelte sich endlich auf.
‘Ich werde mich zunächst weiter mit den Kühlkreisläufen beschäftigen. Die Reaktoraufsichtsstelle kann ich ja immer noch, vielleicht später noch, informieren!
Jetzt muss erst einmal gehandelt werden!’, dachte er weiter.
‘Die Leute müssen sehen, daß ich alles voll im Griff habe!’ beendete er den Ausflug seiner Gedanken.
“Genosse Spazinski, schalten Sie die 4. Hauptkühlmittelpumpe im linken Kreislauf zu!” ordnete er in ruhigem Befehlston an, ohne eigentlich einen wirklichen Sinn in dieser Maßnahme zu sehen.
Andrej Spazinski, neben ihm am eigentlichen Operatorplatz sitzend, nickte, stand auf und ging zum Schaltpult.
Er legte den Schalter um, aber nichts geschah.
“Es geht nicht, Genosse Tasarow, die Umdrehungszahl zeigt Null und auch die Kontrollampe bleibt aus!” Spazinski stand plötzlich wieder der Schweiß auf der Stirn. Er dachte noch an seinen Fehler von vor knapp anderthalb Stunden, der den plötzlichen Leistungsabfall auf nur wenig mehr als 3% zur Folge gehabt und den Reaktor an den Rand des Ab-grunds gebracht hatte. “Die Pumpe läuft nicht an!”
Tasarow blickte wie angewurzelt auf das Display der Pumpenanzeigen. Tatsächlich, die Pumpe lief nicht an. Was war das schon wieder für eine neue Schweinerei?
“Genosse Kulikov, schalten Sie die vierte Kühlpumpe des rechten Kreis-laufs zu, schnell, machen Sie, wir haben nicht viel Zeit!” Sein Tonfall wurde lauter, und er blickte dabei über die Anwesenden hinweg in den Raum.
Der angesprochene Operator war für den rechten Kreislauf zuständig. Er versuchte die Anweisung auszuführen, aber auch hier tat sich absolut nichts.
“Negativ, Genosse, die Pumpe läuft ebenfalls nicht an, und die Kontrol-leuchte bleibt auch aus”, war der einzige Kommentar, der dem Operator Kulikov dazu einfiel.
Kleine Schweißperlen liefen Tasarow jetzt aus den Augenbrauen in die Augen. Er stand kurz davor, in eine Art von blindem Aktionismus zu verfallen.
Plötzlich kam ihm der scheinbar rettende Einfall.
Sie hatten ja für die Vorbereitungen des Versuch von Bolkow die Netzeinspeisungen der Kühlungen abgeschaltet und alle Pumpen auf die später dann auslaufende Turbine als Stromerzeuger geschaltet.
Natürlich, das war es! Ja, das mußte es einfach sein! Befehlston!
“Schalten Sie beide Zuleitungen für die Netzeinspeisung der Hauptkühlkreisläufe ein und versuchen Sie es erneut!”
Beide Operatoren sahen sich zweifelnd an und taten dann aber, was ihnen Tasarow befohlen hatte.
“Vierte Kühlmittelpumpe linker Kreislauf läuft!” Andrej Spazinski sagte es laut und deutlich in Richtung der anderen Mitarbeiter in der Schalt-zentrale.
“Vierte Kühlmittelpumpe rechter Kreislauf läuft ebenfalls, Drehzahl normal!” rief jetzt auch der zweite Operator erleichtert aus.
Tasarow nickte zwar wie selbstverständlich, aber ihm war eben ein dicker Stein vom Herzen gefallen.
Was wäre, wenn die Pumpen trotz des Zuschaltens immer noch nicht angelaufen wären.
Er malte sich ein schreckliches Horrorszenario aus, verdrängte aber diese Gedanken sofort wieder.
Die anderen Mitarbeiter in der Zentrale schauten jetzt schon wieder etwas hoffnungsfroher als vor ein paar Minuten.
Boris Tasarow war zwar froh, aber er wirkte schon wieder fast überheblich!
Er war eben sehr von sich und seinen Fähigkeiten überzeugt!
Das er mit diesen beiden letzten Maßnahmen aber die eigentliche Katastrophe nicht verhindert, sondern sogar begünstigt hatte, kam ihm natürlich nicht in den Sinn.
Ebensowenig, dass er die geltenden Betriebsvorschriften auf eklatante Art und Weise mit dem Zuschalten der beiden Pumpen verletzte.
Es war nämlich ein Teufelskreislauf, den Bolkow mit seinem Versuch in Gang gesetzt hatte. Aber das würde sich später noch deutlicher zeigen.
Es war nämlich völlig egal, was Boris Tasarow jetzt noch tun würde.

Es war falsch und bewirkte das Gegenteil. "

Das Buch kostet 9,90 Euro und war in jeder Buchhandlung, beim Sch....-Verlag, und ist jetzt als Restbestand und gebrauchte Exemplare bei www.booklooker.de/ zu erhalten. wolfgang.goethel@meocom-online.de (siehe auch unter Erweiterungen)

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