| Der Totenkult in Mexiko 90 interessierte Besucher im Kirchencafe´ |
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| »Tod und Leben sind untrennbar miteinander verbunden. Wer den Tod nicht ehrt verleugnet das Leben«. Die Mexikaner eine Gruppe von ca 20 Mitgliedern in unserer Pfarrgemeinde, unter Leitung von Frau Lucilla Caballero, hatte sich bereit erklärt, über die Totenverehrung - den Totenkult - in ihrem Lande zu berichten. Oftmals wird fälschlicherweise angenommen, dass die heutige Form der Totenverehrung in Mexiko alleine auf die Tradition der Ureinwohner, der Atzteken, zurückzuführen ist. Dies ist falsch. Die heutige Art der Totenverehrung und die Totenfeiern nahmen erst dann die heutige Form an als durch die katholischen Missionare die Christlichen Feiertage Allerheiligen und Allerseelen in Mexiko bekannt wurden. Der »día de los muertos« scheint wie ein Kompromiß, die perfekte Mischung aus der Tradition beider Völker. Die Totenverehrung war damals zu stark und zu wichtig, als dass die Missionare dagegen angekommen wären. Selbstverständlich begehen die 88 % katholischen Mexikaner ihre Totenverehrung primär an Allerheiligen und Allerseelen nach dem katholischen Ritus. Allerdings wird in vielen Familien nach wie vor zusätzlich der traditionelle día de los muertos gefeiert. Der día de los muertos , der Tag der Toten, der vom 1. bis 2. November gefeiert wird, ist »lebhaft und bunt«. In früherer Zeit bezeichnete man diese Art zu feiern als pietätlos. Trotzdem trauert man auch in Mexiko, wie überall in der Welt, um die Toten. Aber am Tag der Toten will man mit ihnen gemeinsam das Leben feiern. Der Ehrentag der Toten beruht auf dem Glauben, dass die Verstorbenen an diesem Tag zu ihren Angehörigen zurückkehren. somit möchte man natürlich alles tun, damit sie sich wohlfühlen, ihnen zeigen, wie sehr sie geliebt werden und gemeinsam mit ihnen ihr Leben feiern. Opfergaben, die ofrendas, werden am eigens dafür eingerichteten Hausaltar gebracht, ebenso an den Gräbern. Zu den wichtigsten, die nirgendwo fehlen dürfen, zählen Kerzen und Blumen. Hierfür werden hohe Ausgaben getätigt und bunte Blumenmeere geschaffen. Das Leibgericht der Verstorbenen wird gekocht und ebenfalls als Gabe dargeboten. Selbstverständlich wird nicht angenommen, dass die Verstorbenen sich den Bauch voll schlagen. Sie sollen einzig durch den Duft, den die Speisen verströmen, daran erinnert werden. Ein eigens für die Lebenden gepackter Korb ermöglicht ein Festmahl auf dem Friedhof, ganz nah bei den Verstorbenen. Nach den Feiertagen stehen auch die ofrendas zum allgemeinen Verzehr zur Verfügung Über dies alles haben unsere Mexikaner im Kirchencafé anschaulich anhand eines Video-Filmes und einer Powerpoint-Präsentation, die von Frau Caballero gestaltet wurde, berichtet. Der Pfarrsaal war mit bunten Girlanden und selbst bemalten Plakaten geschmückt. Während der Veranstaltung wurde das typische »pan de muerto« (Brot der Toten) gereicht. Zur Demonstration wurde ein Hausaltar mit sogenannten Ofrendas aufgebaut. Frau Caballero sang Lieder wie sie am Tag der Toten gesungen werden. Begleitet wurde sie dabei von 3 mexikanische, Gitarrenspielern. Bei einer anschließenden Rundfrage wurde festgestellt dass sich 20 Mexikaner im Saale befanden. Sie haben angeboten in den nächsten Monaten in Maria Frieden einen Gottesdienst mit mexikanischen Liedern zu gestalten. Wir freuen uns schon heute darauf. Unseren mexikanischen Freunden sagen wir herzlichen Dank für diese informative Veranstaltung. (W. Ott) |
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