Dienste in der Kirche - Der Küsterdienst

von Désirée Piechota

Eine der wichtigen Tätigkeiten innerhalb der Kirche stellt die Arbeit des Küsters dar. Das Wort "Küster" ist aus dem lateinischen Wort "custos" = der Wächter abgeleitet. Der Küster wurde früher auch noch "Kirchner" oder "Glöckner" genannt. In Süddeutschland ist auch die Bezeichnung "Mesner" weit verbreitet. Allgemein versteht man unter einem Küster einen kirchlichen Angestellten,der für die äußere Vorbereitung des Gottesdienstes und die Aufsicht über das Kirchengebäude zuständig ist. Je nach Gemeinde kann die Bandbreite der Aufgaben eines Küsters unterschiedlich sein. In einigen Gemeinden, wie z.B. in St. Paulus, ist ein hauptamtlicher Küster mit der Gottesdienstvorbereitung und der Gebäudeaufsicht betraut. In der Gemeinde Maria Frieden sind die Aufgaben der Gebäudeaufsicht bzw. Gebäudepflege und der Gottesdienstvorbereitung jedoch auf unterschiedliche ehrenamtliche und freiwillige Mitarbeiter aufgeteilt.

Allein für die Gottesdienstvorbereitung sind, je nach Wochentag, zwei Senioren oder zwei Jugendliche zuständig. Ich bin in aller Regel für die Vorbereitung des sonntäglichen Hochamts um 10.30 Uhr verantwortlich. Mein Dienst beginnt meistens eine Stunde vor Messbeginn. Als erstes muss ich alle notwendigen Türen für die Kirchenbesucher und Messdiener aufschließen und, wenn nötig, die Kirche vorheizen. Dann beginne ich mit der Bereitstellung der für den Gottesdienst benötigten Gegenstände. Es sind die Kniekissen und Klingeln für die Messdiener auf die Stufen zu legen. Für diejenigen, die während der Messe einen Dienst verrichten, müssen Gesangbücher auf den Stühlen im Altarraum verteilt werden. Im Anschluss daran, müssen die liturgischen Geräte, also die Kelche und Hostienschalen, bereitgestellt werden. Der Kelch erhält ein Kelchvelum in der jeweiligen für diesen Tag vorgesehenen liturgischen Farbe. Die Hostienschalen werden gefüllt und zusammen mit den Kelchen auf das kleine Tischchen im Altarraum, die Kredenz, gestellt. Darauf müssen noch die Evangelienleuchter, ein Kännchen Wasser und eines mit Wein, eine Schale mit Wasserkrug und Tuch für die Händewaschung des Pfarrers platziert werden. Als nächstes sind der Tabernakelschlüssel in den Tabernakel zu stecken und das Corporale, ein besonderes Tuch, auf dem Altar auszubreiten. Desweiteren muss die Messintention, d.h. eine Liste der in dieser Messe gedachten Verstorbenen, auf den Altar gelegt werden. Nun sind noch die Mikrofone am Ambo und am Priestersitz anzuschließen, die Opferbeutel bereitzustellen und das Messgewand des Pfarrers oder Kaplans in der jeweiligen liturgischen Farbe in der Sakristei auszulegen.

Als letztes müssen nun noch das Messbuch, die Lesungen und die Fürbitten an den vorgesehenen Stellen aufgeschlagen werden. 20 Minuten vor Messbeginn werden dann die Kerzen angezündet und die Mikrofonanlage angestellt.

Je nach Art des Gottesdienstes, z.B. bei einer Taufe, oder an besonderen Feiertagen sind entweder weniger oder noch weitere Geräte bereitzustellen. Nach dem Gottesdienst muss alles wieder abgeräumt oder ggf. für die folgende Messe vorbereitet werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Küsterdienst eine vielleicht häufig wenig beachtete, aber dennoch sehr wichtige Tätigkeit für den reibungslosen Gottesdienstablauf darstellt. Darüber hinaus ist sie auch für den jeweilgen Pfarrer eine große Entlastung und versetzt ihn in die Lage, sich ohne Ablenkung auf die bevorstehende Messe vorbereiten zu können.

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