| Interview mit Frau Hoffknecht, Leiterin des Kindergartens Maria-Frieden | ||||||||
| Das Gespräch mit Frau Hoffknecht führte Herr Wolfgang Ott, Leiter des Öffentlichkeitsausschusses des Pfarrgemeinderates | ||||||||
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Ott: Frau Hoffknecht, Sie sind seit dem 01.08.2010 die neue Leiterin des Kath. Kindergartens unserer Gemeinde. Im Namen des Öffentlichkeits- ausschusses des Pfarrgemeinderates von Maria-Frieden und des Pfarr- gemeinderates möchte ich Sie zu dieser so wichtigen Aufgabe beglück-wünschen, herzlich willkommen heißen und an Sie einige Fragen stellen. Unser Kindergarten und unsere Pfarrgemeinde Maria Königin des Friedens sind Ihnen nicht fremd, denn wie ich aus Ihrem Lebenslauf und beruflichen Werdegang sehe, sind Sie schon seit 01.04.2001 als Erzieherin in unserem Kindergarten tätig. Haben Sie sich für diese Stelle beworben nachdem bekannt wurde, dass Frau Koch in den Ruhestand geht oder ist man von offizieller Seite an Sie herangetreten? |
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| Hoffknecht: Nach Rücksprache mit Frau Koch habe ich mich selbstständig beworben. Ott: Ihre Ausbildung und Ihr Berufsweg lassen darauf schließen, dass Sie sich auf eine leitende Funktion vorbereitet haben. Können Sie uns kurz über Ihre Aus- und Weiterbildung sowie über die Stationen Ihrer Berufslaufbahn berichten? Hoffknecht: Nach meiner Ausbildung zur Erzieherin (nach alter Form dauerte diese fünf Jahre), habe ich 1996 meine Koffer gepackt und bin nach Amrum gegangen. Aus dem geplanten Jahr sind dann letztendlich vier Jahre geworden, die für mich sehr wertvoll waren. Die Kurklinik, in der ich dort tätig war, ist für »Mutter/Vater - Kind - Kuren« ausgelegt. In der Regel dauern diese Kuren drei Wochen. Meine Aufgabe war es, dort für die Kinder eine angenehme Kurzeit zu gestalten, während die Mütter ihren Anwendungen nachgingen. Außerdem konnte ich dort als stellvertretende Kindertreffleiterin einige Erfahrungen sammeln. Im Jahre 2000 bin ich dann wieder in die Heimat umgesiedelt und habe eine Ausbildung zur staatlich anerkannten Heilpädagogin begonnen. Seit 2001 bin ich jetzt in unserer Kindertagesstätte Maria-Frieden tätig. Zwischendurch habe ich ein Jahr pausiert, weil ich eine kleine Tochter bekommen habe, die mittlerweile fast 5 Jahre alt ist. Als ich erfuhr, dass ich die Nachfolge von Frau Koch antreten soll, habe ich mit einer Langzeit-Fortbildung in Paderborn begonnen. Die Fortbildung ist für eine zukünftige Leitungs-funktion ausgelegt. Sie beinhaltet: Mitarbeiterführung, Finanzwesen usw. Sie endet im Dezember 2011. Ott: Hatten und haben Sie nicht Bedenken, dass bei einem Aufstieg von einer »einfachen Erzieherin« zur Leiterin in demselben Kindergarten Probleme mit den Kolleginnen auftreten könnten? Hoffknecht: Sicherlich ist es ein komisches Gefühl, plötzlich Leiterin mit Verantwortung für den gesamten Kindergarten mit Weisungsbefugnis und nicht nur Kollegin zu sein. Aber das ist ein Lernprozess. Ich werde mich daran gewöhnen müssen, Entscheidungen allein treffen und durchsetzen zu müssen. Im Gegenzug werden meine Kolleginnen sich damit abfinden müssen, dass ich verschiedene Dinge einfach anders umsetzen möchte, als dies bislang üblich war (z. B. beim Einkauf usw.). Ott: Infolge des Rückganges bei der Nachfrage nach Kindergartenplätze haben viele Kindergärten Auslastungsprobleme. Wie sieht das in unserem Kindergarten Maria-Frieden aus? Wie wollen Sie dann gegebenenfalls gegensteuern? Vielleicht müssen Sie umstrukturieren. Wie könnte dann Ihr kurz- und mittelfristiges Konzept aussehen? Werden Sie dann die Anzahl der Krippenplätze erhöhen, oder anders? Hoffknecht: Wir haben Gott sei dank noch eine rege Nachfragen, d. h. wir haben noch eine gut gefüllte Warteliste. Sollte sich dies ändern, dann werde ich versuchen, das entstandene Loch zu füllen. Ideen dazu habe ich bereits, aber die Zeit wird die Lösung bringen. Auf die Frage nach Erweiterung des Krippenangebotes muss ich sagen, dass dies ohne bauliche Veränderungen des Kindergartengebäudes nicht möglich ist. Daher wird es in absehbarer Zeit nicht zusätzliche Krippenplätze geben. Ott: Beteiligen Sie die Eltern an der Erarbeitung und Optimierung Ihres Konzeptes bzw. räumen Sie den Eltern in beschränktem Maße ein Mitspracherecht ein? Wie sieht dies gegebenenfalls aus? Hoffknecht: Das Konzept wird in unserem Team gemeinsam erarbeitet, bei Bedarf laufend angepasst und optimiert. Dies tun wir im Rahmen von hausinternen Fortbildungstagen, die mehrmals im Jahr durchgeführt werden. Die Eltern beziehen wir dann in die Umsetzung unseres Konzeptes ein. An Fasching, um nur ein Beispiel zu nennen, gestalten wir immer in Zusammenarbeit mit den Eltern die Gruppenräume des Kindergartens zu dem jeweiligen Thema (z. B. Märchen, Indianer, Berufe). Elternarbeit ist uns sehr wichtig. Ca. 4-mal im Jahr gestalten wir Elternabende, auf denen wir über die anstehenden Schwerpunkte (z. B. Gestaltung der Weihnachtszeit) informieren. Bei entsprechendem Interesse organisieren wir für Eltern sogenannte »Themenabende«, z. B. über Schulreife. Zudem haben die Eltern die Möglichkeit, sich in kleinen »Tür- und Angelgesprächen« über den Entwicklungsstand ihres Kindes zu informieren. Unsere Arbeit soll nach allen Seiten hin transparent sein. Wir geben uns Mühe, dass sich jeder bei uns wohl fühlt. Ott:Der Kindergarten Maria-Frieden ist in kath. Trägerschaft. Wie hoch ist der Anteil der kath. Kinder? Gibt es auch moslemische Kinder? Gibt es Konflikte zwischen den Konfessionen in Bezug auf die religiösen Inhalte der Kinderbetreuung? Hoffknecht: Der Anteil der katholischen Kinder ist im Verhältnis zu den anderen Konfessionen sehr gut. Es ist uns ein ganz besonderes Anliegen, möglichst viele Kinder aus unserer Gemeinde Maria Königin des Friedens aufzunehmen. Die Eltern haben sich unsere Einrichtung ausgesucht und wussten, dass wir zwar ein Kindergarten in katholischer Trägerschaft sind, dass aber andererseits das christliche Miteinander im Vordergrund steht. Bis lang gab es keine Schwierigkeiten zwischen den Konfessionen. Bei uns sind alle Konfessionen gleich und das ist uns wichtig. Ott: Wie sehen Sie das Verhältnis zwischen Kindergarten und Pfarrgemeinde? Gibt es ein gemeinsames Konzept zur Heranführung der Kinder an den Glauben (z. B. Bibelstunden, Kindergottesdienste, Familienkreise und sonstige kirchliche Aktivitäten)? Hoffknecht: Wir glauben, dass dem Kindergarten hierbei eine wichtige Funktion zukommt. Das Verhältnis zwischen Kirchengemeinde und Kindertagestätte ist relativ gut. Pfarrer Vetter kommt uns einmal im Monat besuchen. Wir versuchen, uns nach Möglichkeit zu integrieren. Dass dies nicht immer so geht, liegt manchmal einfach an der fehlenden Zeit. Für dieses Jahr haben wir bereits unsere Teilnahme am Pfarrfamilienfest angekündigt. Noch weitere kleine Ideen der Zusammenarbeit schwirren schon im meinem Kopf herum und werden zur gegebenen Zeit realisiert. Z. B. könnte ich mir vorstellen, mit den Kindern die Jungsenioren oder auch den Donnerstagkreis zu besuchen. Vielleicht gibt es auch noch einige andere Gruppen, die nachmittags Interesse haben, uns mal einzuladen, damit wir uns gegenseitig kennenlernen. Bei der Frage nach den Terminen für die Realisierung der Pläne sollten Sie berücksichtigen, dass ich erst wenige Tage im Amt bin. (16.08.2010 W.0tt) |
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