jazzwerkruhr - Festival und Forum Jazzscene Ruhrgebiet
Westfälische Rundschau /
2. Dezember 2008
---------------------------
Sprungbrett für talentierte Musiker
Von Julian Lang
Jazzwerkruhr ist ein Förderprojekt für talentierte Jazzmusiker. In diesem Jahr breitet sich die Tour Jazzwerkruhr auf fünf verschiedenen Auftrittsorte aus. ... In Dortmund, Bochum, Gelsenkirchen, Hagen und Essen laufen im Dezember jetzt verschiedene Konzerte der Förderprojekte. Ein neunköpfiges Kuratorium wählte aus zahlreichen Einsendungen von musikalischen Kostproben unterschiedlichster Bands fünf Projekte talentierter Musiker aus. Eines der ausgewählten Projekte ist Zo Knarr, ein Quartett bestehend aus vier jungen Musikern, das 2001 entstand. "Jazzwerkruhr ist für uns der Anreiz gewesen, nochmal anzufangen. Die Unterstützung von Jazzwerkruhr kann wirklich etwas bewirken und als Sprungbrett dienen." Martin Franke, Mitglied des Projektes Zo Knarr, ist froh, dass er und seine Mitspieler durch diese besondere Förderung jetzt einen zusätzlichen Anstoß zum Musizieren erhalten. Jazzwerkruhr unterstützt jedes ausgewählte Projekt mit 3000 Euro und bietet den Musikern dadurch die Möglichkeit, durch Auftritte im Rahmen des Festivals einem breiten Publikum ihr Talent zu demonstrieren. "Für jeden, der eine Affinität zum Jazz hat, ist etwas dabei." Nadin Deventer, verantwortlich für die Projektentwicklung von jazzwerkruhr, betont, dass die ausgewählten Projekte sehr unterschiedliche Stilrichtungen repräsentieren. Neben Zo Knarr sind 2008 auch das Hans Wanning Trio, Entkernung, The Dorf sowie das Unidentified Flying Orchestra als Förderprojekte ausgewählt worden. Ziel der Förderung von Jazzwerkruhr ist es, die Jazzszene im Ruhrgebiet zu professionalisieren als auch talentierte und erfahrene Musiker in der Region zu halten. "2010 wird das Ruhrgebiet Kulturhauptstadt Europas sein. Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, um Jazzwerkruhr im Rahmen des Kulturhauptstadtprogramms zu etablieren." Nadin Deventer ist sich sicher, dass das Projekt Jazzwerkruhr genügend Potential hat. Jetzt gilt es
nur noch, die regionale Jazzszene ins rechte Licht zu setzen und zu dynamisieren.
PDF
NRZ / 9. Dezember 2008
---------------------------
Dem Ruhrjazz eine Stimme in Europa geben
MUSIK. Seit sechs Jahren fördert "jazzwerkruhr" Ruhrgebietsbands.Dank des Kulturhauptstadtjahrs 2010 stehen die Zeichen auf Europa. Die Kulturhauptstadt 2010 wirkt schon - und das ausgerechnet im Jazz. Seit sechs Jahren wird die Zusammenarbeit in der Region erfolgreich praktiziert: 2002 entstand aus einer gemeinsamen Initiative der Kulturbüros der Städte Essen und Dortmund sowie der "JazzOffensive Essen e. V." (J.O.E.) und dem "ProJazz e. V. Dortmund" das "jazzwerkruhr". Das soll Werkstatt, Netzwerk, Forum und Festival für die Jazzszene im Ruhrgebiet sein - und es verteilt jährlich rund 12 000 Euro aus Fördertöpfen des Landes an Bands aus der Region. Bis zu fünf von einem Kuratorium ausgewählte Gruppen können so ein Jahr lang mit Beträgen bis 3000 Euro besser über die Runden kommen, ins Studio gehen, eine CD produzieren. Es ist aber nicht nur das Geld, das das "jazzwerkruhr" für die hiesige Jazzszene spannend macht: Konzerte, Öffentlichkeitsarbeit in Presse, Hörfunk, Fernsehen und Internet - all das stemmt Organisatorin Nadin Deventer. Der Aufwand scheint sich zu lohnen: Mittlerweile 150 Jazzmusiker aus dem Ruhrgebiet kamen in den sechs Jahren in den Genuss der Förderung. Die Arbeit wurde durch eine stabile Zuschusslage durch das Land honoriert - und jetzt auch durch die "Ruhr 2010 GmbH" geadelt.
"2010 kommt für den Jazz genau zur rechten Zeit" Denn "jazzwerkruhr" ist nach eigenen Angaben eins von nur zwei Jazzprojekten im Portfolio des Kulturhauptstadtjahres, ausgewählt aus rund 2200 Projektanträgen insgesamt. "Für uns kommt 2010 genau zur rechten Zeit", so Nadin Deventer. "Das Ruhrgebiet steckt nicht zuletzt dank der Folkwang-Musikschule voller professioneller Jazzmusiker, die auch internationale Ansprüche erfüllen. Durch 2010 ist das Interesse an der Region immens gestiegen. Das können wir nutzen." Man arbeitet bereits mit Jazz-Initiativen in Belgien, Frankreich, Polen, Österreich und Holland am Netzwerk "jazzplayseurope". Zu einem ersten Konzert mit den Bands "Tricycle" (B) und "Palma" (F) kamen am vergangenen Montagabend 250 begeisterte Besucher ins Dortmunder "Domicil". Weitere spannende Euro-Projekte sind in Vorbereitung. "Wir wollen dem Jazz im Ruhrgebiet eine Stimme verleihen, auch in Europa", so der optimistische Anspruch. (dang) DAS KONZERT Die drei aktuellen Förderbands des "ruhrjazzwerks" sind am kommenden Samstag, 13.12., im Katakombentheater im Girardethaus zu erleben. Es spielen die Essener Band "Entkernung" sowie "Zo Knarr" und das "Hans Wanning Trio". Beginn ist um 20 Uhr. Eintritt: 12/10 Euro.