jazzwerkruhr - Festival und Forum Jazzscene Ruhrgebiet

Westfälische Rundschau /
7. Dezember 2008
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So spannend ist die heimische Jazz-Szene
Von Christoph Giese

Schaute man am Freitagabend in das Gesicht von Nadin Deventer, so sah man eine zufriedene Koordinatorin des "jazzwerkruhr", dem ruhrgebietsübergreifenden Bündelungsversuch der regionalen Jazzszene, der nun bereits im siebten Jahr läuft und an diesem ... Freitagabend im Jazzclub "domicil" einmal mehr zeigte, wie spannend die Ruhrgebiets-Jazzszene klingen kann. Ganz stark: die 13-köpfige Formation U.F.O. - das Unidentified Flying Orchestra der beiden Saxofonisten Sven Decker und Katrin Scherer. Ja, diese Bigband ist Avantgarde, aber keine, vor der man weglaufen müsste. Zu intelligent verzahnen sich brachiale Grooves von Bassmann Hartmut Kracht und rockige Gitarrensounds von Andreas Wahl mit den ungewöhnlichen Klangfarben der Bläser. Tradition und Moderne verbinden sich hier in klaren Strukturen und boten dennoch Raum für Humor, Ausbrüche und Improvisationen. Auch das Quartett "Zo Knarr" setzte wie "U.F.O." auf rockige Elemente und auf prägnante Rhythmen. Und auch hier wehte ein frischer, experimentierfreudiger Wind durch die Musik. Markus Conrad, Andreas Greber, Martin Franke und Jonas Bareiter haben sich einen individuellen Gruppensound geschaffen, in dem innovative Spielfreude dominierte und ausgetretene Pfade nicht begangen wurden. Einen echten Gruppensound besitzt inzwischen auch das "Hans Wanning Trio", die Dreierformation um den Dortmunder Keyboarder und Pianisten Hans Wanning, der als großartiger Improvisator und Ausschmücker von packenden Melodien bei diesem Auftritt schon ein wenig im Vordergrund des Trios stand. Auch wenn E-Bassist Martin Furmann und Schlagzeuger Daniel Sanleandro kongeniale Partner waren in den fortwähren-den, kreativen Gesprächen dreier exzellenter musikali-scher Stimmen. Am heutigen Montag geht es im "domicil" bei freiem Eintritt ab 20 Uhr mit "jazz-werkruhr" in die zweite Runde. Die internationale Ver-netzung dieses Projektes trägt nach der letztjährigen Zusammenarbeit mit dem französisch-vietnamesischen Gitarristen Nguyên Lê erneut Früchte. Mit "La Palma" und "Tricycle" stellen sich zwei Trios aus Frankreich und Belgien vor und treffen dabei auf heimische Musiker. Denn zwischen den beiden Gast-Bands und danach soll zusammen auf der großen Bühne munter miteinander "gejammt" werden.

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RuhrNachrichten / 6. Dezember 2008
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Jazzwerkruhr präsentierte im domicil unterschiedliche Facetten des Jazz
Von Andreas Schröter

DORTMUND Modern Jazz, Klavierarrangements und Rock-Jazz - das
Jazzwerkruhr-Preisträgerkonzert am Freitag im domicil präsentierte den Jazz gleich in mehreren Facetten. Die 13-köpfige Großformation Unidentified Flying Orchestra (U.F.0.) um Katrin Scherer und Sven Decker macht den Anfang und spielt den avangardistischsten Part des Abends. Trompeten, die mit der Bass-Gitarre im dissonanten Wettstreit liegen, wechseln mit virtuosen Sax- und Posauen-Soli oder rockigen Gitarren-Elementen. Obgleich fast eine Bigband, bekommt jeder Musiker sein von den Zuhörern mit Zwischenapplaus bedachtes Solo.

Geierabend-Mitglied
Das folgende Hans-Wanning-Trio setzt ganz auf das von seinem Namensgeber bediente E-Piano und produziert dabei im Vergleich zu U.F.O. fast klassisch anmutende Klavierläufe, wobei Einflüsse etwa von Keith Jarrett oder Brad Mehldau erkennbar sind. Hans Wanning, auch bekannt als Geierabend-Ensemble-Mitglied, kommuniziert mit seinen Musikern Daniel Sanleandro (Schlagzeug) und Martin Furmann (Bass), die hier mehr sind als bloße Rhythmusgeber.

Rockig-mitreißend
Rockig mitreißend wird's bei der dritten Band: Zo Knarr. Die vier ehemaligen Kommilitonen der Musikhochschule in Arnheim beginnen bereits ungewöhnlich. Mit dem Geigenbogen am Schlagzeug-Becken oder einer Art von Zungenschmatzer am Altsaxophon produzieren sie ungewöhnliche Klänge. Ihre folgende Musik bewegt sich genau auf der Grenze zwischen Bass- Gitarren-dominiertem Rock und Saxophongeprägtem Jazz. Drummer Martin Franke beweist in einer unfreiwillig langen Umbaupause Entertainer-Qualitäten und viel Humor. Die unermüdliche Jazzwerkruhr-Triebfeder Nadin Deventer, die den Abend moderiert, hätte sich ein paar mehr Zuhörer gewünscht. Verdient gehabt hätte es dieses abwechslungsreiche Konzert.
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Bereits für Montagabend (8.12.), 20 Uhr, hat Nadin Deventer die nächste Jazz-Veranstaltung im domicil organisiert: Jazzplayseurope mit den Bands Tricycle aus Belgien un La Palma aus Frankreich.

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