Pressestimmen


... Der Sopranistin Gabriele Gzella muß eine außergewöhnlich gute Begabung für die Interpretation der unterschiedlichen Lieder bescheinigt werden. Mit ihrer umfangreichen Sopranlage bewältigte sie alle Anforderungen, die das weit gefächerte Programm stellte, und sie wußte mit ausgereifter Artikulation und feiner Nuancierung alle Stimmungen zu vermitteln.

Westfälische Rundschau



Matinee im Rahmen der

AUSGEGRENZT

"We are not sitting in the operahouse" hieß ein früheres Programm von GABRIELE GZELLA. Das traf für den 26.3. ganz bestimmt zu, denn da saßen wir im Freudenhaus, genauer gesagt im Kontakthof des Kölner Eroscenter, zu einer Matinee mit dem Titel "Ausgegrenzt". Wie bei allen ihrer sorgfältig vorbereiteten Programme bemühte sich Frau Gzella auch diesmal, verstaubte Konzertrituale abzubauen und musikalische Grenzen niederzureißen, indem sie die ortsgegebene Ausgrenzung sozialer Randgruppen in den Augen der sogenannten bürgerlichen Gesellschaft neben das politische und geistige Exil jüdischer Komponisten stellte. Die Sängerin interpretierte nicht nur, sie vermittelte auch geschichtliche und politische Hintergründe sowie soziale Einflüsse, stellte kokettes Augenzwinkern neben beißende Ironie, menschliche Tragik gegen die Verlogenheit gesellschaftlicher Konventionen. Da wird Liedern von Ravel, Milhaud, Schostakowitsch, Satie oder gar John Cage das aufgezwungene

Image "großer Kunst" in erfreulicher Weise genommen, werden Songs von Kurt Weill oder Hanns Eisler in den Kontext heutiger Aktualität gesetzt oder mit Gershwin, Oscar Straus und Paul Abraham Türen für ein Publikum geöffnet, das vor der "ehrfürchtigen Liederabendweihe" nur erschaudert. Die Sängerin unterhält, belehrt, vermittelt Denkanstöße, und übt berechtigte Kritik. Bei ihren vielseitigen stimmlichen Möglichkeiten und dem großen Maß an Darstellungstalent könnte man von einer "One-Woman-Show" sprechen, erfüllte BARBARA NUSSBAUM am Klavier nicht einen umfasssenderen Part als nur den einer excellenten Begleiterin. In den 70er Jahren machte die legendäre Cathy Berberian Furore mit einer bis dahin unbekannten Vielseitigkeit. Gabriele Gzella ist eine würdige Nachfolgerin dieses Multitalents mit sehr persönlichem Stil, aber vergleichbarer Intelligenz und Sachberständnis, und für so eine Dame gehe ich sogar gerne in den Puff.

- MICHAEL H. EISENBLÄTTER -
orpheus, Juli 1994




Toujours l´Amours

Die Sopranistin Gabriele Gzella mit einer frivolen Soirée im Tingel Tangel

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... Gabriele Gzella lebt im Tingel Tangel Lieder von der Liebe, den Liebesleiden und von der Leidenschaft. Auf der Bühne und im Publikum des plüschigen Etablissements läßt die Sopranistin den frivolen Stil der Zwanziger Jahre aufleben; in Songs und Chansons von Rossini, Gershwin, Offenbach, Kurt Weill, L. Bernstein, Eric Satie und einem musikalisch-erotischen Bonbon: Gzellas volltönender Gesang im Chanson "J´ai deux amours" von Josephine Baker.
... eine amüsante und frivole Soirée, die den leidenschaftlichen Kompositionen in ihrer ganzen Sinnlichkeit eine musikalisch sehr anspruchsvolle Note gibt ...

MEMORY, Konstantin Stengel



Gabrielle Gzella begeisterte mit unkonventionellem Programm

  Brühl - Es war schon mehr als unkonventionell, was die Kölner Sopranistin Gabriele Gzella unter den Arkaden des Brühler Schlosses servierte. Das Programm war ein Risiko, mit Sicherheit nur für eine musikalische Minderheit gedacht, aber es wurde ein großer Erfolg für ein sachverständiges Publikum. Begleitet wurde die Sopranistin, weltweit als Preisträgerin bekannt, von Professor Christoph Lorenz.
  Es begann mit recht impressionistischen und vielleicht auch sogar depressiven Stücken von Maurice Ravel, der vor 50 Jahren gestorben ist, mit griechischen Volksliedern, die recht frivol erscheinen und mit dem gebührenden Augenaufschlag vorgetragen wurden.

Ein Spiel
mit den
Allüren

  Nun ist die Schülerin von Josef Metternich nicht nur eine sehr kultivierte Sängerin, sie kann auch ohne Noten mit dem Text umgehen. Das zeigten die recht verführerischen Texte von Erik Satie, die sie nahezu melodramatisch vortrug, aber mit Augenzwinkern.
  Dann aber kamen die hebräischen Gesänge, da war das Lachen vorbei. Todtraurige Texte zu jüdischen Worten, mit der alten Frage, die nur so

beantwortet werden kann: "tralalalala". Der Pianist setzte ein deutliches Fragezeichen hinter diese sehr einfühlsame Interpretation.
  Frau Gzella ist bekannt für ihre Art zu singen und sich darzustellen, die etwas aus dem normalen Rahmen fällt. Gott sei Dank. Denn was sie in Brühl lieferte, war eine wunderbare Mischung zwischen tiefem Empfinden und einer Operettenallüre, die man allenfalls früher einmal in Berlin der Fritzy Massary zugetraut hätte.
  So etwas an Koketterie mit Pfauenfedern, aber ohne Bühnenaufwand, sah man in Brühl seit Jahren nicht. Das Publikum, sehr sachverständig, war begeistert, es flogen viele Blumen auf die Bühne.

fr.
Kölner Stadt-Anzeiger



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... G. Gzella ist die einzige,
die's stimmlich excellent meistert ...

(Neue Ruhr Zeitung)




Dies wußte Gabriele Gzella zu vermitteln, da sie sich auf die volkstümlichen Melodien einließ und sie mit entsprechendem Ausdruck und Timbre interpretierte. Besonders die "Deux Mélodies Hébraiques", jüdische Liturgiegesänge, gefielen, da der wehleidige Klagegesang von einem Rabbi kaum bewegender hätte gesungen werden können.

(Rheinische Post)


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